Der grösste Fehler bei Einführung der Individualbesteuerung auf Bundesebene ist neben 1,7 Millionen neuen Steuerveranlagungen, dass 26 Kantone ihre Steuergesetzgebung neu regeln müssen. In allen Kantonen müssen auf Vorschlag der Regierung dann alle Parlamente den Steuertarif und die Abzüge neu bestimmen. Deshalb wissen wir bei einem Ja zur Individualbesteuerung nicht, wie die zukünftige Steuerbelastung auf Stufe Kanton und Gemeinde sein wird. Egal ob Rentnerin, Angestellte, Bäuerin oder Chefin kaufen wir mit der Individualbesteuerung die Katze im Sack. Denn die grösste Steuerrechnung bekommen wir vom Kanton und der Wohngemeinde, die definitive Höhe der Rechnung bei Einführung der Individualbesteuerung kennen wir daher nicht. Lassen Sie sich nicht vom Steuerrechner der eidgenössischen Steuerverwaltung täuschen oder jenen der Befürworter, denn diese Rechner weisen den kleinsten Teil Ihrer Steuerbelastung aus. Für alle, die jetzt denken: Mir ist das egal, ich zahle keine Bundessteuer, könnte es unter Umständen ein böses Erwachen geben durch die neu festgelegten Steuertarife auf Kantonsebene. Ein Grund mehr, um ein Nein einzulegen.

Urs Kaufmann, Sursee