Im Zusammenhang mit der Individualbesteuerung ist die Rede von der Abschaffung der Heiratsstrafe. Das gilt längst nicht für alle Ehepaare. Zumindest nicht, wenn wir ein typisches Obwaldner Mittelstands-Ehepaar nehmen. Anders als Doppelverdiener mit hohen Einkommen profitieren diese nicht von der Vorlage oder werden sogar belastet. Die Individualbesteuerung schafft die Heiratsstrafe nicht ab, sondern verlagert nur die Ungerechtigkeiten, und zwar hin zum Mittelstand und zu den Familien. Kommt dazu, dass wir in Obwalden das Heiratssteuerproblem bei den Kantonssteuern schon längst vollständig gelöst haben. Wenn wir diese eidgenössische Vorlage annehmen, werden wir gleich doppelt bestraft: Wir werden gezwungen, unser konformes kantonales Steuerrecht anzupassen. Und wir müssen die Steuerverwaltung massiv ausbauen, um die zusätzlichen 10’000 Steuererklärungen der Ehepaare zu bewältigen. Die Regierung rechnet mit 6 neuen Vollzeitstellen, was jährlich rund 1 Million Franken kosten würde. Das können wir uns nicht leisten und da mache ich nicht mit. Sie hoffentlich auch nicht. Lassen Sie sich also nicht blenden und sagen am 8. März Nein zur Individualbesteuerung.
Peter Krummenacher, Mitte-Kantonsrat, Sarnen
