Bei der vorgesehenen Individualbesteuerung gibt es mindestens so viele Verlierer wie Gewinner: Gewinner sind nur Ehepaare, bei denen jeder Elternteil ein hohes Einkommen hat. Solche Eltern lassen ihre Kinder in Kitas oder bei den Grosseltern aufwachsen – bei Kitas auch auf Kosten des Staates. Der Rest der Bevölkerung verliert, nämlich Alleinstehende, Klein- und Normalverdienende sowie traditionelle Familien, wo eine Person das Haupt-Einkommen einbringt und die zweite allenfalls ein kleines Arbeitspensum findet. Und auch der Bund verliert, wie er ja selber zugibt, denn jährlich werden gegen 700 Millionen Franken Steuererträge fehlen.

Hingegen wird es Tausende zusätzliche Steuerbeamte brauchen, und zwar jedes neue Jahr. Diese werden Hunderte Millionen Franken Steuergelder kosten, womit Steuerfüsse und/oder die Mehrwertsteuer weiter steigen werden. Wollen Sie das wirklich? Kein Wunder, sind die Mehrheit der Kantonsregierungen und viele Parteien gegen die Vorlage. Das Bundesparlament hat eine himmeltraurige Vorlage gezimmert, die Ungerechtigkeiten nur vergrössert, das Beamten-Heer noch weiter aufbläht und die laufende gesellschaftliche Entwicklung nicht berücksichtigt. Das ist weder intelligent noch sozial noch budgetschonend. Wir lassen uns doch nicht steuertechnisch beeinflussen oder gar vorschreiben, welche Beziehungs- und Familienmodelle wir leben sollen. Diese Vorlage verdient ein klares Nein.

Ueli Krasser, Hagendorn