Ein Steuersystem für das aktuelle Jahrhundert oder eins, das neue Ungerechtigkeiten schafft?

Mit der Einführung der Individualbesteuerung würden neue Diskrepanzen im Steuersystem geschaffen. Insbesondere für Paare mit ungleichem oder nur einem Einkommen hätte sie fatale Konsequenzen. Denn Einverdienerhaushalte oder Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen bezahlen in Zukunft deutlich mehr Bundessteuern als bis anhin. Beispielsweise bezahlt ein Ehepaar, bei dem beide je 75’000 Franken pro Jahr verdienen, künftig 520 Franken Bundessteuern pro Jahr. Verdient aber nur ein Partner die insgesamt 150’000 Franken pro Jahr, zahlt dieses Paar neu 5’700 Franken Bundessteuern. Das Paar mit ungleichem Einkommen bezahlt also über zehnmal mehr als das Paar, welches unter dem Strich gleich viel Jahreseinkommen hat, das aber auf zwei Personen gleichmässig aufgeteilt ist. Diese krasse Ungerechtigkeit ist eine Folge dieser Steuerreform und betrifft insbesondere viele Teilzeit-Haushalte, Bauern- und KMU-Familien oder Menschen, welche Care-Arbeit leisten. Aus meiner Sicht darf eine Steuerreform keine solchen negativen Auswirkungen auf unsere Familien und den Mittelstand haben. Darum stimme ich am 8. März aus Überzeugung Nein zur Individualbesteuerung.

Hella Schnider, Flühli, Bäuerin, Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin die Mitte