Wenn man diese Reform genauer anschaut, wird man als Vertreter des Mittelstandes stutzig. Denn sie begünstigt vor allem gut situierte Doppelverdiener und wohlhabende Rentnerinnen und Rentner. Verlierer sind Mittelstandsfamilien mit unterschiedlichem Einkommen sowie Menschen, die ihr Pensum reduzieren, um Care-Arbeit zu leisten, eine Weiterbildung machen oder die Kinderbetreuung übernehmen. Das sind vor allem junge Eheleute, meistens mit kleinen Kindern. Das kann es nicht sein! Die grösste Reform im Steuersystem der letzten Jahrzehnte darf keine neuen Verliererinnen und Verlierer produzieren. Erst recht nicht unsere Familien. Darum sagen neben den Parteien die Mitte, EVP und SVP auch Wirtschaftsverbände wie TGL oder AWG, der Bauernverband oder Familienorganisationen Nein. Sogar linke Schwergewichte wie die ehemalige SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer oder die Frauenabteilung bei den Gewerkschaften haben bemerkt, dass dies eine unsoziale Elite-Reform ist und lehnen sie ab.
Luca Boog, Gunzwil, Kantonsrat die Mitte
