Zur nationalen Abstimmung über die Individualbesteuerung am 8. März

Die Individualbesteuerung ist ein Projekt, das auf dem Papier modern klingt, in der Realität aber grossen bürokratischen Aufwand für alle zur Folge hat. Besonders für Ehepaare und Familien bedeutet dieser Systemwechsel nämlich vor allem massiven Mehraufwand am Küchentisch. Statt wie bisher eine gemeinsame Steuererklärung auszufüllen, müssen künftig beide Partner separate Formulare einreichen. Das neue Modell erzwingt eine künstliche Trennung, die in der Praxis nicht existiert. Haben Sie sich schon einmal überlegt, was das für Ihren Alltag bedeutet? Jedes Sparkonto, jede Hypothek und sogar das gemeinsame Auto müssen künftig minuziös aufgeteilt und separat deklariert werden. Dieser Aufwand führt familien intern wie auch mit dem Steueramt in manchen Fällen zu unnötigen Diskussionen darüber, wem welcher Anteil des Vermögens nun «gehört». Bund und Kantone werden Hunderte von neuen Steuerbeamten einstellen müssen, um die plötzlich verdoppelte Anzahl an Steuererklärungen überhaupt bewältigen zu können. Besonders fatal ist die Auswirkung auf das bewährte Erfolgsmodell bei KMU, bei denen ein Partner im Betrieb mithilft, ohne dafür einen formellen Lohn zu beziehen. Diese auf Vertrauen und gemeinsamem Engagement basierende Partnerschaft ist das Rückgrat vieler KMU. Die Individualbesteuerung will dieses Modell zerstören, indem sie eine formelle Lohnzahlung erzwingt und das Betriebsvermögen künstlich aufteilt. Die Vorlage schwächt das Unternehmertum, bestraft Familien und schadet dem Wirtschaftsstandort Schweiz. Sagen wir Nein.

Roland Küng, Kantonsrat SVP, Buttisholz