Gut gemeint – aber schlecht gemacht. Die Individualbesteuerung klingt gut, ist in Wahrheit aber ein gigantisches Bürokratiemonster. Gemeinden und Kantone müssten ihre Steuerverwaltungen massiv aufstocken – und das zu horrenden Kosten. Ein Beispiel aus der Praxis: In Wauwil, einer Gemeinde mit rund 2700 Einwohnerinnen und Einwohnern, müssten bei einer Annahme rund 550 zusätzliche Veranlagungen vorgenommen werden. Das entspricht einem Pensum von 40 Prozent – und dabei sind sekundär steuerpflichtige Ehepaare noch gar nicht eingerechnet. Die Gemeinde Wauwil müsste also das Steueramt um mehr als die Hälfte ausbauen, nämlich von 85 auf 125 Stellenprozente. Wer bezahlt das? Genau: die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Doch die Vorlage ist nicht nur teuer, sondern auch unfair. Sie bestraft Familien, die Kinderbetreuung und Haushalt selbst organisieren und bevorzugt Modelle, die auf externe Betreuung setzen. Der Staat bewertet also Familienformen – ein Eingriff ins Privatleben, der ihm schlicht nicht zusteht. Als Finanzvorsteher, Familienvater und Steuerzahler sage ich Nein.

Tim Kiser, Gemeinderat die Mitte, Wauwil, Ressort Finanzen