Fehlaussagen vs. Fakten.

Falschaussagen der Befürworter:

«Die Individualsteuer bringt mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichstellung.»

Die Fakten:
Wahr ist: Die Individualsteuer schafft neue Ungerechtigkeiten. Profiteure sind vor allem bessergestellte Doppelverdiener mit hohen Einkommen. Familien, Alleinstehende
und der Mittelstand werden hingegen benachteiligt.

Falschaussagen der Befürworter:

«Die Reform kommt arbeitenden Frauen zugute und setzt positive Erwerbsanreize.»

Die Fakten:
Wahr ist: Nicht primär erwerbstätige Frauen profitieren, sondern vor allem wohlhabende Rentnerpaare. «Reform begünstigt reiche Rentner statt arbeitender Frauen»,
schreibt der Tages-Anzeiger vom 15.1.2026 mit Verweis auf Daten des Bundes.

Falschaussagen der Befürworter:

«Die Individualbesteuerung ist ein zukunftsfähiges Modell.»

Die Fakten:
Wahr ist: Die neue Steuermethode ist kompliziert und teuer. Darum wurde erst zum zweiten Mal seit 1874 das Kantonsreferendum ergriffen. Die Kantone wissen: Die steuerliche Benachteiligung verheirateter Paare («Heiratsstrafe») kann viel einfacher und ohne bürokratische Individualbesteuerung beseitigt werden. Das hat die Mehrheit der Kantone bereits bewiesen – zum Beispiel mit dem Splittingmodell.

Falschaussagen der Befürworter:

«Die Individualbesteuerung bringt eine Steuerentlastung für die Bevölkerung.»

Die Fakten:
Wahr ist: Es profitieren vor allem jene, denen es sowieso schon gut geht: Doppelverdiener mit hohen Einkommen. Familien, Alleinstehende und der Mittelstand werden finanziell stärker belastet. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch unsozial.

Falschaussagen der Befürworter:

«Die Individualbesteuerung vereinfacht das Steuersystem.»

Die Fakten:
Wahr ist: Die Individualbesteuerung ist extrem kompliziert. Es müssten jedes Jahr 1,7 Millionen Steuererklärungen zusätzlich ausgefüllt werden. Die Kantone und Gemeinden
müssten tausende neue Steuerbeamte einstellen. Es entstünde ein gigantisches Bürokratiemonster, das die Steuerzahler Milliarden kosten würde. Dafür bezahlen müsste
einmal mehr der hart arbeitende Mittelstand. Dagegen wehren sich die Kantone mit guten Gründen.

Falschaussagen der Befürworter:

«Ein erhöhter Kinderabzug federt die Mehrbelastung für Ehepaare mit nur einem Einkommen oder mit einem niedrigen Zweiteinkommen ab.»

Die Fakten:
Damit geben die Befürworter zu, dass die Steuerbelastung für Ehepaare mit Kindern und ungleicher Einkommensverteilung steigt. Der Grund dafür ist, dass der Kinderabzug hälftig auf die Ehegatten aufgeteilt wird. Erzielt ein Ehegatte kein Einkommen oder ein niedriges Einkommen, fällt ein Teil dieses Kinderabzugs weg. Bei der Individualbesteuerung haben Ehepaare mit nur einem Einkommen und Ehepaare mit unterschiedlich hohen Einkommen unter dem Strich weniger Kinderabzüge und eine höhere Steuerbelastung als heute!

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