Nein zur Individualbesteuerung, denn dies schafft primär Verlierer
Ohne Zweifel gehört die Heiratsstrafe endlich abgeschafft, aber nicht mittels einer Verschlimmbesserung durch das Bürokratiemonster Individualbesteuerung!
Mit der Individualbesteuerung müssten Ehepaare ihre bisher gemeinsame Steuererklärung künftig auf zwei separate Steuererklärungen aufteilen. Dies würde zu rund 1.7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen führen. Ein gigantischer Mehraufwand für die Steuerämter, insbesondere weil bei diesen rund 3.4 Millionen Steuererklärungen auch ein Abgleich untereinander gemacht werden muss. So wäre zum Beispiel zu prüfen, ob die Abzüge der Fremdbetreuung der Kinder korrekt zwischen Frau und Mann aufgeteilt sind, ebenso das Auto und die Wertschriftenerträge. Diese Aufteilungsfragen würden ohne Zweifel zu einer deutlichen Zunahme von Streitfällen, Einsprachen und Gerichtsverfahren führen. Ein massiver Stellenausbau auf den Steuerämtern wäre damit vorprogrammiert. Jährlich wiederkehrende zusätzliche Kosten, welche die Steuerzahler zu tragen hätten.
Die Befürworter der Individualbesteuerung argumentieren, dass jedoch die Wechselkosten bei Heirat, Scheidung oder Tod reduziert würden. Doch wie gross wären diese Ersparnisse? Falls es diese überhaupt gäbe, wären sie, einmalig, minimal und ohnehin sehr, sehr bescheiden im Verhältnis zu den immensen jährlichen Mehrkosten.
Die Vorlage schafft somit nur Verlierer, insbesondere in denjenigen Kantonen, welche die Heiratsstrafe auf kantonaler Ebene bereits beseitigt haben und trotzdem mit dem immensen Mehraufwand konfrontiert wären!
Josef Wiederkehr Buonas
